Klinikclowns

Mir selbst liegt ein seit Jahren laufendes Projekt am Herzen, für das ich Sie gern interessieren würde: Der Einsatz von Klinikclowns.
Nachfolgend ein paar Aspekte, warum wir uns für dieses Projekt besonders einsetzen:
Dass Klinikclowns die kranken Kinder ablenken, Ihnen ein Stück Lebensfreude geben und dadurch auch das Immunsystem positiv beeinflussen, ist den meisten Menschen bekannt. Weniger bekannt ist, dass die Klinikclowns manchmal Dinge zustande bringen, die der Arzt oder die Krankenschwester nicht schaffen. So verweigern manche Kinder das Essen oder Trinken (aus Lethargie oder weil sie alles leid sind) und sind auch mit gutem Zureden nicht dazu zu bewegen. Oft genug gelingt es den Klinikclowns, durch Ess- und Trinkspiele die Kinder zu animieren, wieder zu essen und dadurch die künstliche Ernährung zu vermeiden.
Für bestimmte Untersuchungen müssen Kinder große Mengen Kontrastflüssigkeit trinken, die auch nicht besonders lecker schmeckt. Wenn das Kind das verweigert, hilft oft der Klinikclown.
Klinikclowns können den Kindern auch die Angst vor bestimmten unangenehmen Untersuchungsmethoden nehmen, indem sie diese Ängste „übernehmen“ und überzeichnet nachspielen, bis das Kind irgendwann sagt „Ach, Du brauchst keine Angst zu haben. Das ist doch alles gar nicht so schlimm…“.
Schließlich gelingt es durch den Einsatz der Clowns, auch noch ein anderes Anliegen zu fördern: Den Besuch der Langzeitkranken durch ihre Geschwister, für die der Klinikclown auch immer eine Attraktion ist.

Thomas Gemein, Vorstandsvorsitzender

 Cocktelia

Klinikclown Cocktelia Kinderkrankenhaus Amsterdamer Strasse

Meine Arbeit als Klinik-Clown ist nicht die eines gewöhnlichen Spaßmachers sondern vielmehr die eines freischaffenden Künstlers, der seine clownesken Fähigkeiten in ein besonderes, sensibles Arbeitsfeld einbringt, das geprägt wird von den Bedürfnissen der Kinder im Krankenhaus

„Die Ärzte des Lachens“ orientieren sich bei ihren Besuchen an der aktuellen Situation der kleinen Patienten, den wechselnden Stimmungen und dem Gesundheitszustand der Kinder. Die Clownvisite besteht fast ausschließlich aus Improvisation, immer den Reaktionen der zu betreuenden Kinder angepasst. Außerdem können die Kinder über sich hinauswachsen, wenn sie erkennen, dass es im Krankenhaus Menschen gibt, die hilfloser, tollpatschiger und unwissender sind als sie selbst.

Die Liebe zu den Menschen ist für mich der Motor meiner Arbeit. Was ist schon ansteckender als ein fröhliches Kinderlachen!
Denn: „Lachen ist die Angelschnur, die dich zum Grund an die Luft der Menschen zieht und glänzen lässt.“

Edda

Klinikclown Edda„Clown Edda geht in jeder Woche in das Kinderkrankenhaus auf i h r e Station, sehnsüchtig und voller Ungeduld von den kranken Kindern erwartet. Sie klopft an Zimmertüren an und fragt, ob sie hereinkommen darf. Und schon tanzen Seifenblasen ins Zimmer. Augenblicklich verändert sich die Stimmung für alle Anwesenden. Es geschieht sehr Erstaunliches. Da kommt ein Clown ins Krankenzimmer, lacht … und alle lachen zurück. Die Ängstlichen unter den Kindern sind zunächst etwas abwartend, ob nicht doch am Ende wieder Medizin oder solch eine gefürchtete, schreckliche Spritze zum Vorschein kommt. Nein, Clown Edda ist einfach für sie da. Macht Späße, erzählt, spielt mit ihnen und zaubert. In der Kuscheltiersprechstunde werden die kranken Lieblinge der kleinen Patienten verarztet. Und da hat sich das Schäfchen Lisa doch tatsächlich, ebenso wie der Max, das rechte Bein auf der Rutschbahn gebrochen. Und der Elefant Mirko sich beim Sturz aus dem Hochbett, wie Lea, eine Gehirnerschütterung zugezogen.

Clown Edda lädt die Kinder ein zum Mitmachen im großen Clownsorchester, lässt Puppen lebendig werden und sie zaubert mit den Kindern. Aber das Allerallerwichtigste ist, dass sie ihnen Zeit schenkt, ganz für sie da ist, sie tröstet, versteht und ernst nimmt. Und wenn sie das Zimmer verlässt, ist es anders als zuvor … sie lässt Freunde und Spuren zurück“.

(Auszug aus dem Buch Clown Edda und die Seifenblasen)
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Ditmar-E. Mickeleit