Vorstellung einzelner Abteilungen

Kinderchirurgie und Kinderurologie

Chefarzt Professor Dr. Dr. Thomas M. Boemers

Chefarzt Professor Dr. Dr. Thomas M. BoemersDas Spezialgebiet Kinderchirurgie ist relativ jung und entwickelte sich erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Inzwischen ist die Kinderchirurgie als selbständiges Fachgebiet weltweit anerkannt und in den meisten europäischen Ländern haben sich flächendeckend kinderchirurgische Abteilungen etabliert.

Die Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie am Kinderkrankenhaus Amsterdamerstraße in Köln gehört zu den größten Kinderchirurgischen Abteilungen Deutschlands. Neben der allgemeinen Kinderchirurgie ist ein weiterer sehr wichtiger Schwerpunkt die Kinderurologie.

Das operative Spektrum der Klinik ist breit gefächert und beinhaltet folgende Schwerpunkte:

  • Allgemeine Kinderchirurgie
  • Kinderurologie
  • Neugeborenenchirurgie (angeborene Fehlbildungen)
  • Kindertraumatologie (Verletzungen)
  • Myelomeningozelen-/Hydrocephaluschirurgie
  • Hämangiome und vaskuläre Malformationen
  • Verbrennungen
  • Handchirurgie bei Kindern
  • Laparoskopie und minimal invasive Chirurgie (MIC)
  • Chirurgische Onkologie (Tumoroperationen)

 Pro Jahr werden an der Klinik etwa 4500 Operationen und Eingriffe in Narkose durchgeführt. Neben allgemeinen kinderchirurgischen und kinderurologischen Erkrankungen werden vor allem Neugeborene und Säuglinge mit angeborenen Fehlbildungen behandelt, aber auch Kinder mit Tumorerkrankungen und Verletzungen nach Unfällen.

Überregionale Schwerpunkte liegen im Bereich der Chirurgie angeborener Fehlbildungen des Enddarms, des unteren Harntraktes und in der Therapie von Störungen der Kontinenzorgane. Ein Ziel der Kölner Kinderchirurgie wird in Zukunft die Etablierung eines Kinderkontinenzzentrums sein, dass die ganzheitliche Behandlung von Inkontinenz bei Kindern und Jugendlichen gewährleisten wird.

Viele Operationen werden an der Kölner Kinderchirurgie durch modernste laparoskopische Operationsverfahren durchgeführt. Bei diesen minimal invasiven Operationsverfahren (MIC) werden die Instrumente durch sehr dünne Hülsen in die Bauchhöhle oder den Brustkorb eingeführt. Häufig werden diese Methoden auch als „Schlüssellochchirurgie“ bezeichnet. Diese minimal invasiven Operationsverfahren sind für Kinder sehr schonend und verringern nicht nur postoperative Schmerzen, sondern auch die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus. Das gesamte Instrumentarium für die laparoskopische Chirurgie wurde vom Förderverein finanziert ebenso wie neue Operationslampen mit integriertem Kamerasystem, dass die MIC wesentlich erleichtert.

Ein wesentliches Anliegen der Kölner Kinderchirurgie ist eine optimale, qualitativ hochrangige und kindgerechte Behandlung aller Patienten, vom Frühgeborenen bis zum Jugendlichen. Wir versuchen den Aufenthalt der chirurgisch kranken Kinder und Jugendlichen so kurz wie möglich zu gestalten, was sich in der immer kürzeren Aufenthaltsdauer der Patienten in den letzten Jahren widerspiegelt. In vielen Fällen ist es wichtig, zur Unterstützung des Heilungsprozesses, die Mitaufnahme eines Elternteils zu gewährleisten.

Kinderanästhesie

Chefarzt Professor Dr. Frank Wappler

Chefarzt Professor Dr. Frank WapplerDie Abteilung für Kinderanästhesie im Kölner Kinderkrankenhaus gehört zu den größten in Deutschland, so werden hier derzeit ca. 6500 Narkosen jährlich durchgeführt. Von unserem erfahrenen Team ausgebildeter Kinderanästhesisten werden Kinder aller Altersgruppen anästhesiologisch versorgt, vom Früh- und Neugeborenen bis zu Patienten im Jugendalter. Wir betreuen derzeit Patienten aus den Bereichen

  • Kinderchirurgie und Kinderurologie
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
  • Augenheilkunde
  • Neurochirurgie
  • Zahnheilkunde
  • Kinderorthopädie
  • Verbrennungsmedizin

Wir verfügen über eine hochmoderne Ausstattung von Narkose- und Überwachungsgeräten, die eine sichere Narkoseführung ermöglichen. Darüber hinaus werden die Kinder nach der Operation in unserem Aufwachbereich weiterversorgt, in welchem die kleinen Patienten sich in Anwesenheit der Eltern ausschlafen und von dem Eingriff erholen können. Wichtig ist uns hierbei insbesondere die mit der Operation einhergehenden Schmerzen zu lindern. Da jedoch auch nach der Zeit im Aufwachbereich Schmerzen auftreten können, wird auch auf der peripheren Station sowie auf den Intensivstationen des Hauses eine Schmerztherapie angeboten. Dieses kann zum Beispiel mit Schmerzkathetern erfolgen, die wir im Rahmen der Narkose angelegt haben und erst bei Schmerzfreiheit wieder entfernt werden.

Neben der Anästhesie hat sich das Narkoseteam auch auf die Diagnostik von angeborenen oder erworbenen Fehlbildungen der Atemwege, wie Luftröhre und Lunge spezialisiert. In Zusammenarbeit mit einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt sowie den Kollegen aus Kinderchirurgie und Kinderheilkunde werden seit vielen Jahren im Kinderkrankenhaus Patienten mit diesen Erkrankungen erfolgreich behandelt. Auch besteht eine enge Kooperation mit den pädiatrischen Kollegen des Hauses, z. B. bei der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Zudem werden regelmäßig Narkosen bei Kindern durchgeführt, die sich einer radiologischen Diagnostik und auch Intervention unterziehen müssen.

Um den Service für unsere kleinen Patienten und deren Eltern zu verbessern haben wir im Jahr 2009 eine so genannte Prämedikationssprechstunde eröffnet, in der die Familien in ruhiger Atmosphäre über die geplanten Narkoseverfahren aufgeklärt werden.

Die Abteilung für Kinderanästhesie im Kölner Kinderkrankenhaus wurde im Jahr 2012 durch die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin als eine der ersten Abteilungen in Deutschland zertifiziert. Das Zertifikat erhalten nur Abteilungen, in denen bestimmte Versorgungsmerkmale, wie die Narkoseführung bei Früh- und Neugeborenen oder kritisch kranken Kindern, in höchster Qualität erbracht werden.

Um alle Angebote und Leistungen der Abteilung für Kinderanästhesie zu gewährleisten und auch weiter auszubauen, ist die Arbeit des Fördervereins des Kinderkrankenhauses Amsterdamer Straße von größter Wichtigkeit. Nur durch das große und kontinuierliche Engagement der Förderer des Vereins ist es möglich Projekte zu realisieren, die unseren Patienten sowohl den Aufenthalt in der Klinik angenehmer gestalten als auch medizinische Ausstattungen weiter zu verbessern und modernisieren. Hierzu gehören unter anderem die Erstellung einer noch mehr an die Bedürfnisse unserer kleinen Patienten angepassten Umgebung sowie auch die Beschaffung weiterer, wesentlicher Ausstattungen für den Operationsbereich.

In diesem Sinne würde ich mir auch für die Zukunft eine breite Unterstützung für unseren Förderverein und dessen Arbeit wünschen.

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

Leiter Professor Dr. Ch. Wewetzer

Professor Dr. Ch. WewetzerSeit 2005 besteht neben dem Kinderkrankenhaus in der Amsterdamer Straße eine Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie mit Sitz in Holweide.

Die neu gebaute Klinik umfasst die Erkennung, nicht-operative Behandlung, Prävention und Rehabilitation bei psychischen (seelischen), psychosomatischen, entwicklungsbedingten und neurologischen Erkrankungen oder Störungen, sowie bei psychischen (seelischen) und sozialen Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter.

Die Klinik verfügt über 44 stationäre und 16 tagesklinische Behandlungsplätze und bietet darüber hinaus eine ambulante Behandlung. Neben der Diagnostik kommt natürlich der Behandlung der seelisch erkrankten Kinder und Jugendlichen die größte Bedeutung zu. Die Behandlung umfasst direkte, kindbezogene Verfahren: wie psychotherapeutische Verfahren, heilpädagogische (auch übende) Verfahren, Psychopharmaka-Therapie und andere körperbezogene Behandlungsweisen. Darüber hinaus jedoch auch indirekte Verfahren wie: Beratung von Bezugspersonen, sozio- und milieutherapeutische Verfahren (sozialpsychiatrische Maßnahmen) und Elterntraining.

Neben der umfassenden medizinisch-psychotherapeutischen Behandlung benötigen die Familien von seelisch erkrankten Kindern und Jugendlichen umfassende Hilfestellung gerade im psychosozialen Bereich. Für diesen Bereich der Therapie und der Integration der Familien planen wir für die Zukunft ergänzende Angebote. Um diese realisieren zu können, bedürfen wir natürlich der externen Unterstützung und wären sehr froh, wenn es hier Unterstützung auch für die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie geben könnte.

Geplante Projekte sind u.a.:

–       Die Anlage eines Gartens mit einem Nutzbereich.
Gerade Kinder und Jugendliche mit schwerwiegenden seelischen Störungen bedürfen oft einer längeren Phase der Rehabilitation. Unter therapeutischer Anleitung und Unterstützung könnte z. B. gerade bei schizophren erkrankten Kindern und Jugendlichen durch eine Arbeit in einem solchen Garten die körperliche und seelische Belastbarkeit wieder langsam aufgebaut und gesteigert werden.

–       Die Ausgestaltung unserer spieltherapeutischen Zimmer:
Ein Teil unserer Patienten kommt aus schwierigen sozialen Verhältnissen und hat große Defizite im Durchführen von Spielen aller Art, sich dabei selbst konstruktiv zu beschäftigen und sich in Gruppen zu integrieren.

Ein weiteres Ziel für die Klinik ist die intensive Einbeziehung der Eltern in die therapeutischen Maßnahmen. Hier besteht ein Bedarf in der Ausgestaltung von Bereichen in denen die Eltern sich aufhalten können und mit in die therapeutischen Maßnahmen auf den Stationen integriert werden können.

Kinderneurologie und Sozialpädiatrischen Zentrum

Ärztlicher Leiter Dr. med. Stephan Waltz

Dr. med. Stephan WaltzNeurologische Erkrankungen wie Epilepsien, Schlaganfälle, entzündliche Erkrankungen, wie multiple Sklerose, Muskelerkrankungen und schwer behandelbare Kopfschmerzen können auch Kinder und Jugendliche betreffen und haben dramatische Konsequenzen für die betroffenen Kinder und ihre Familien.

Die neurologische Station diagnostiziert und behandelt Kinder und Jugendliche mit diesen Erkrankungen nach modernen Standards und Methoden.

Ein besonderer Schwerpunkt ist die Behandlung von Kindern mit Epilepsien mit Hilfen von Medikamenten oder auch einer speziellen Diät. Hier benötigt die Station eine Video-Monitoring-Einheit, um bei diesen Kindern zeitgleich ein Video und die Hirnströme abzuleiten, um solche Anfälle genau zu diagnostizieren und dann entsprechend behandeln zu können. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Diagnostik und Behandlung von Kindern mit Entwicklungsstörungen, Bewegungsstörungen oder Behinderungen.

Schwere neurologische Erkrankungen haben Auswirkungen nicht nur auf die Teilhabe des Kindes in Kindergarten und Schule sondern auch auf die gesamte Familie. Auf der kinderneurologischen Station werden die Kinder daher nicht nur nach modernen Methoden ärztlich behandelt, wir behandeln mit einem interdisziplinären Team, zu dem u. a. ein Psychologe, eine Ergotherapeutin, eine Heilpädagogin, Physiotherapeutinnen, eine Diätassistentin und Sozialarbeiterinnen gehören. Ziel ist die Behandlung der Erkrankung des Kindes mit Perspektiven nach der Zeit der stationären Behandlung und eine umfassende Unterstützung der Familie. Die Station soll für die Kinder und Familien ansprechend und freundlich ausgestattet sein, so dass sie sich im Rahmen der leider häufig notwendigen stationären Aufenthalte gut aufgehoben fühlen können. Dies ist unser Anliegen.

 

Kinderradiologie

Leiter Dr. med. Martin Stenzel

Dr. Stenzel Kliniken KölnUnter Radiologie sind alle bildgebenden Verfahren zusammengefasst. Dazu gehören der Ultraschall (Sonographie), Röntgenuntersuchungen, die Computertomographie (CT) und auch die Magnetresonanztomographie (MRT). Nuklearmedizinische Verfahren wie die Szintigraphie oder auch die Positronenemissionstomographie (PET) mit Verwendung von radioaktiven Tracern bilden ein eigenes Fach.

Die Kinderradiologie – wie der Name sagt – Radiologie des Kindes, setzt die bildgebenden Verfahren unter besonderer Berücksichtigung des Strahlenschutzes ein.

Die beiden Verfahren Sonographie (Ultraschall) und MRT kommen ohne ionisierende Strahlen aus, bei ihnen besteht keine Gefahr einer Schädigung von Körperzellen oder des Erbgutes. Sie sind damit ideal beim Kind einzusetzen.

Die Kinderradiologie des Kinderkrankenhauses Amsterdamer Straße arbeitet mit modernsten Geräten und Verfahren, so dass die kleinen Patienten möglichst schonend, schnell und mit gut zu verwertenden Bildern untersucht werden. Es wird streng darauf geachtet, dass neue Verfahren Anwendung finden. Hierzu gehört der Ultraschall mit Kontrastmitteln. Verschiedenste Krankheiten können mit der hochspezialisierten Methode erkannt und bestens eingeschätzt werden. Auf die deutlich aufwändigere Magnetresonanztomographie kann oft verzichtet werden.

In der Radiologie werden – wenn notwendig – Kontrastmittel eingesetzt. Diese werden entweder in die Venen gegeben, können allerdings auch getrunken bzw. über den Mund verabreicht, über den Enddarm oder in die Harnblase gegeben werden. Der Sinn der Kontrastmittelgabe besteht darin, eigentlich nicht sichtbare Strukturen sichtbar oder auch besser sichtbar zu machen. Wie der Name schon sagt – der Kontrast wird verändert.

Diese Kontrastmittel sind üblicherweise sehr gut verträglich, nur bei der Gabe in die Vene kann es zu Überempfindlichkeiten (Allergien) kommen. Wenn geplant ist, Kontrastmittel einzusetzen, wird darüber in jedem Fall besonders aufgeklärt.

In der Kinderradiologie am Standort Amsterdamer Straße werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Ultraschall sämtlicher Organsysteme, ausgenommen Herzultraschall (diesen führen auf das Herz spezialisierte Kinderärzte des Kinderkrankenhauses durch)
  • Röntgenaufnahmen sämtlicher Organsysteme, ausgenommen Spezialaufnahmen für die Kinderorthopädie (z. B. Ganzbeinaufnahmen)
  • Durchleuchtungsuntersuchungen (dynamisches Röntgen) sämtlicher Organsysteme
  • Magnetresonanztomographien sämtlicher Organsysteme, einschließlich Ganzkörpertechnik

Computertomographien finden am Standort Merheim – Chefarzt ist Prof. Dr. Goßmann – statt.

Neben der Durchführung und Befundung der eigenen Untersuchungen besteht die Möglichkeit des Zweitmeinungsverfahrens. In Zukunft soll auch die schnelle Befundung von Untersuchungen, die nicht in den Kliniken Köln stattfinden, möglich sein – bezeichnet als Teleradiologie.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung für Kinderradiologie sind langjährig erfahren im Umgang mit gesunden und kranken Kindern und legen großen Wert auf die kindgerechte Untersuchung, gegebenenfalls unterstützt durch Eltern bzw. Betreuungspersonen. Jüngere Mitarbeiterinnen (Assistentinnen und Studenten in Ausbildung) werden optimal betreut, so dass der Lehrauftrag erfüllt wird.

Als hochspezialisierte Einrichtung findet auch Forschung und Wissenschaft statt, um die Medizin ständig weiterzuentwickeln.

Es besteht eine sehr enge und freundschaftlich geprägte Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken des Hauses – der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weiß, der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie – Chefarzt Prof. Dr. Dr. med. Thomas Boemers, der Klinik für Anästhesie – Chefarzt Prof. Dr. Frank Wappler, sowie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie – Chefarzt Prof. Dr. med. Christoph Wewetzer, Standort Holweide. Gemeinsames Ziel ist die beste Versorgung der Patientinnen und Patienten.